Jugendlich grau

  • Post published:10. Oktober 2026

Vor einer Coop-Self-Checkout-Station steht ein grauhaariges Grosi, in beiden schrumplig-kleinen Händen je ein Kärtchen (Supercard und Mastercard) und wackelt leicht ungläubig aber rhythmisch und dynamisch doch sehr stimmig mit ihrem Kopf ein «Nein, Nein, Nein, das kann nicht wahr sein» vor sich hin. In der ganzen Bewegung sieht das nicht schlecht aus wie so ein billig winkendes Maneki-neko, das bei so ziemlich jedem asiatischen Take-away im Schaufenster steht, bis auf dass es beim Grosi horizontal zu und her geht und beim Winkekätzchen mit einem Ärmchen vertikal.

Ursache für des Grosis Ärgernis ist der grellrot aufleuchtende Rand des Self-Checkout-Monitors, der den weiteren zügigen Bezahlvorgang verhindert, da eine Coop-Angestellte «für den Jugendschutz» überprüfen muss, ob die putzigen zwei 2,5-Deziliter-Fläschchen Rot- und Weisswein sowie – wenn schon, denn schon – eine Magnum Sekt auch wirklich durch eine von der Altersstruktur her befugten Person erworben wird.

Gopferteli, natürlich ist das Grosi längst alt genug für Alkohol und wollen, das sieht man ihrer Entnervtheit deutlich an, das tut sie ebenfalls ganz bitterlich und zwar, jetzt bös um sich blickend und auf den Zehenspitzen ungeduldig auf die Aufsichtsperson wartend, lieber rasch als bald.

Nun denn, wenn ich selbst das Grosi gewesen wäre, so hätte ich mich insgeheim auch ein wenig über diese kleine, automatisch ausgelöste Aufmerksamkeit von Coop gefreut, denn wer wird denn noch mit hellgrauem Haarschopf indirekt als jugendlich bezeichnet?

Prost!